
Führungskräfte sind keine Therapeuten – aber sie sind die erste Instanz, bei der Mitarbeitende Stress und Belastung sichtbar werden lassen – oder eben nicht. Wie eine Führungskraft auf Warnsignale reagiert, entscheidet oft darüber, ob jemand früh Unterstützung sucht oder erst nach einem Burnout.
Was bedeutet gesunde Führung konkret?
Es geht nicht darum, jeden Mitarbeitenden psychologisch zu analysieren. Es geht um handhabbare Verhaltensänderungen: Wie führe ich ein Gespräch, wenn jemand deutlich belasteter wirkt als sonst? Wie spreche ich Überlastung an, ohne zu pathologisieren? Wie schaffe ich ein Team-Klima, in dem Stress benannt werden darf? Diese Fragen sind lernbar – und Studien zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Führungsverhalten und der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Beschäftigten (Überblick: Gregersen u. a., Das Gesundheitswesen, 2011).
Wie verankern Sie Führungskräfteentwicklung im BGF-Kontext?
Ein halber Tag Workshop bringt Bewusstsein, aber keine Verhaltensänderung. Was wirkt, ist wiederholtes Üben: Gesprächsführung simulieren, Fallbeispiele besprechen, Peer-Feedback zwischen Führungskräften. Wer Gesunde Führung als festen Bestandteil in Entwicklungsprogramme integriert, schafft Kompetenz, die im Alltag abrufbar ist – und nicht beim nächsten Stress-Semester wieder verschwindet. Eine gute Ergänzung ist die Best Practice Führungskräfte-Schulung: Der Hebel, der alle anderen Maßnahmen stärkt.
So setzen Sie es um
- 1Führungskräfte-Kreis definieren und Bedarf klären: Welche Themen brennen – Kommunikation, Mitarbeitergespräche, Umgang mit Belastung?
- 2Qualifizierten Trainer oder Anbieter für gesundheitsorientierte Führung auswählen und Angebote einholen
- 3Termine für eine Schulungsreihe (mehrere Module) mit den Führungskräften abstimmen und Kalender blocken
- 4Verbindliche Zusage der Geschäftsleitung einholen, damit die Teilnahme Priorität hat
- 5Auftaktveranstaltung durchführen und das Ziel klarmachen: Gesunde Führung wirkt auf Fehlzeiten und Bindung (Fehlzeiten-Report 2011 „Führung und Gesundheit“)
- 6Erwartungen der Führungskräfte einsammeln und in die weiteren Module einfließen lassen
- 7Einladungen zu den Folgeterminen der Schulungsreihe verbindlich versenden
- 8Schulungsmodule in festem Rhythmus durchführen (z. B. alle 2–3 Wochen ein Baustein)
- 9Zwischen den Modulen konkrete Praxisaufgaben vergeben – z. B. strukturierte Mitarbeitergespräche führen
- 10Kollegialen Austausch der Führungskräfte etablieren, um Erfahrungen und Fälle zu besprechen
- 11Führungskräfte reflektieren lassen, was sich in ihrem Führungsalltag konkret verändert hat
- 12Rückmeldung der Teams einholen, ob Kommunikation und Gesprächsqualität spürbar besser sind
- 13Auffrischungstermine planen und gesunde Führung fest in die Führungsleitlinien aufnehmen
Was Sie brauchen
- Aufwand
- mehrtägig
- Kosten
- mit Budget
- Dauer
- 16–24
- Setup
- 960 Min.
- ✓ Multiplikator-Effekt
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