
Hitzewellen werden häufiger, länger und extremer – und Arbeitgeber sind rechtlich wie menschlich verpflichtet, ihre Belegschaft zu schützen. Ein Hitzeschutz-Plan ist kein Luxus mehr, sondern betriebliche Grundvorsorge für den Sommer.
Was richtet Hitze im Büro tatsächlich an?
Schon oberhalb von etwa 25 Grad sinkt die Arbeitsleistung im Büro messbar – im Schnitt um rund 2 % je Grad, wie Auswertungen des Lawrence Berkeley National Laboratory zeigen (Seppänen, Fisk & Faulkner, 2005). Ab 26 Grad Raumtemperatur sieht die Arbeitsstättenregel ASR A3.5 zusätzliche Schutzmaßnahmen vor. Ab 30 Grad steigt das Risiko hitzebedingter Beschwerden: Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme. Ein Betrieb, der an heißen Tagen ohne Anpassung weiterarbeitet wie sonst, arbeitet schlechter und gefährdet die Gesundheit seiner Beschäftigten. Ein Plan macht konkrete Schutzmaßnahmen zur Selbstverständlichkeit.
Was sollte ein Hitzeschutz-Plan mindestens enthalten?
Trinkangebote – kostenlose Wasserflaschen oder Zapfstellen – sind das Minimum. Dazu: Empfehlungen für Kleidung, Lüftungsregeln für Büros (Kühlhalten durch Nachtlüftung, tagsüber Rollos geschlossen), flexible Arbeitszeitregelungen an extremen Hitzetagen und klar kommunizierte Ruhemöglichkeiten. Wer Außenarbeit im Programm hat, braucht darüber hinaus klare Regeln zu Expositionszeiten und Schattenplätzen. Solche Maßnahmen ergänzen die Gefährdungsbeurteilung, die das Arbeitsschutzgesetz jedem Arbeitgeber vorschreibt – was dazugehört, fassen die Arbeitsschutz-Grundlagen zusammen.
So setzen Sie es um
- 1Arbeitsplätze auf Hitzebelastung prüfen und die Arbeitgeberpflichten der Arbeitsstättenregel ASR A3.5 zur Raumtemperatur als Grundlage nehmen.
- 2Ausstattung beschaffen: Ventilatoren, Sonnenschutz an Fenstern, Trinkwasserspender und ausreichend Nachschub an Getränken.
- 3Hitze-Checkliste mit Auslöseschwellen erstellen, etwa Maßnahmenstufen ab 26, 30 und 35 Grad Raumtemperatur.
- 4Hitzeplan im Team vorstellen und erklären, welche Regeln bei welcher Temperaturstufe automatisch greifen.
- 5Führungskräfte als Träger benennen: Sie entscheiden über flexible Arbeitszeiten, verlegen Termine in die kühlen Morgenstunden und achten auf Trinkpausen.
- 6An Hitzetagen die Checkliste abarbeiten: Frühlüften, Sonnenschutz schließen, Ventilatoren stellen, Trinkwasser sichtbar bereitstellen.
- 7Gleitzeit und Homeoffice pragmatisch zulassen, damit die heißesten Stunden entzerrt werden.
- 8Besonders belastete oder gefährdete Personen im Blick behalten und Pausen bei Hitzewellen großzügiger takten.
- 9Rückmeldungen einsammeln, an welchen Tagen und Orten es trotz Plan zu heiß war.
- 10Prüfen, ob die Auslöseschwellen der Checkliste im Alltag praktikabel waren und rechtzeitig griffen.
- 11Nachrüstbedarf für die nächste Saison festhalten, etwa zusätzliche Verschattung, mobile Klimageräte oder mehr Trinkwasserstellen.
Was Sie brauchen
- Aufwand
- halber Tag
- Kosten
- unter 100 €
- Dauer
- Saisonal
- Setup
- 60 Min.
- ✓ Rechtlich relevant
- ✓ Spürbare Entlastung an heißen Tagen
- ✓ Arbeitgeberpflicht
Für Ihr Unternehmen übernehmen
Ein Klick — und die Maßnahme liegt vorbereitet in Ihrem Plan. Geführt Schritt für Schritt, kein langes Setup.
ÜbernehmenZahlt ein auf
Wirkung messen mit
Handlungsfeld
Passender Anlass
Passende Best Practices
Nicht sicher, wo ihr anfangen sollt? Selbstcheck →