
Psychische Erkrankungen führen zu besonders langen Ausfällen: 2025 dauerte eine Krankschreibung deswegen im Schnitt 34 Tage, und bei den Fehltagen lagen sie auf Platz zwei aller Erkrankungsgruppen (DAK-Psychreport 2026). Gleichzeitig suchen die wenigsten Betroffenen eigeninitiativ professionelle Unterstützung – aus Scham, aus Unsicherheit oder weil der Weg zu einer Fachkraft zu lang ist. Ein Employee Assistance Program setzt genau hier an.
Was unterscheidet ein EAP von einem Betriebsarzt?
Ein EAP ist kein medizinischer Dienst, sondern ein niedrigschwelliges Beratungsangebot: anonym, schnell zugänglich und breiter aufgestellt als klassische Betriebsarzt-Angebote. Mitarbeitende können sich per Telefon, Video oder Chat beraten lassen – bei persönlichen Krisen, Suchtproblemen, familiären Belastungen, Schulden oder beruflichen Konflikten. Die Erstberatung ist sofort verfügbar und anonym. Das senkt die Hemmschwelle deutlich.
Wie führen Unternehmen ein EAP wirkungsvoll ein?
Die häufigste Fehlinvestition: das EAP einführen und nicht kommunizieren. Mitarbeitende nutzen nur, was sie kennen. Regelmäßige Erinnerungen – im Newsletter, beim Gesundheitstag, durch Führungskräfte –, klare Infos zur Anonymität und eine einfache Zugangsnummer sind entscheidend. EAP-Anbieter bieten dafür Kommunikationsmaterial; es muss nicht selbst entwickelt werden. Solche Angebote stärken den Einzelnen. Wo die Belastung im Betrieb selbst entsteht, zeigt erst die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung – sie ist für jeden Arbeitgeber Pflicht.
So setzen Sie es um
- 1EAP-Anbieter auswählen: 24/7-Erreichbarkeit, Anonymität, qualifizierte Beratung, ggf. mehrsprachig prüfen
- 2Leistungsumfang klären: Anzahl Beratungen, Themen (beruflich und privat), Erreichbarkeit, ggf. Angehörige
- 3Vertrag und Datenschutz aufsetzen: Der Arbeitgeber erfährt nie, wer das Angebot nutzt
- 4Interne Ansprechperson für organisatorische Fragen benennen (nicht für Beratungsinhalte)
- 5Angebot klar und vertrauensvoll vorstellen: kostenlos, anonym, 24/7, für berufliche und private Themen
- 6Zugangswege sichtbar machen: Telefonnummer, App, Website – dauerhaft auf Karte/Intranet hinterlegen
- 7Anonymität mehrfach betonen – das ist die Voraussetzung dafür, dass es genutzt wird
- 8Zugangsinfos dauerhaft präsent halten (Onboarding neuer Mitarbeitender, regelmäßige Erinnerung)
- 9In Belastungsphasen gezielt erinnern (Reorganisation, Krisen, hohe Arbeitslast)
- 10Führungskräfte schulen, das Angebot sensibel zu erwähnen – ohne nachzufragen, wer es nutzt
- 11Nur aggregierte, anonyme Nutzungsstatistik vom Anbieter auswerten (Fallzahlen, Themencluster)
- 12Bekanntheit im Team prüfen: Wissen alle, dass es das Angebot gibt?
- 13Vertrag und Leistungsumfang bei Bedarf anpassen
Was Sie brauchen
- Aufwand
- mehrtägig
- Kosten
- mit Budget
- Setup
- 960 Min.
- ✓ Professionelle Unterstützung
- ✓ Anonym
- ✓ 24/7 verfügbar
Für Ihr Unternehmen übernehmen
Ein Klick — und die Maßnahme liegt vorbereitet in Ihrem Plan. Geführt Schritt für Schritt, kein langes Setup.
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